Im zweiten Teil möchte ich ihnen einige Hürden zeigen, die wir bei der Organisation für unsere Designausstellung, „Designausstellung von WiGL Design gemeinsam mit CIS und Designforum Steiermark“ überwinden mussten.

Auch wenn es keine riesige Ausstellung ist, ist der Arbeitsaufwand einer Designausstellung doch recht erheblich. Nicht nur unser Aufwand für die Organisation und Beschaffung der Exponate, sondern auch der vom CIS, für die div. Vorbereitungen, Presseaussendung, Einladung, usw. Wer so etwas noch nie gemacht hat, unterschätzt den Aufwand sicher!

Große Produkte können nicht präsentiert werden!

Zuerst ging es einmal um große und sehr große Produkte. Wir haben ja etliche Designs für Maschinen und Geräte gemacht, die ganz einfach zu groß für eine Präsentation auf rund 140 Quadratmetern sind. Produkte, die teilweise so groß wie ein Einfamilienhaus sind. Diese Produkte haben wir vorab einmal aus unserer Liste herausgenommen.
Bei der Besichtigung der Ausstellungsräume vor Ort zeigte sich dann, dass es doch einige Wände gibt, die wir mit Postern der größeren Produkte befüllen können. An und für sich eine naheliegende und gute Idee, wenn, ja wenn wir auch die Freigabe unserer Kunden dafür bekommen.

Geheimhaltung – der erste Schritt bei einem Designauftrag

Ich habe ja schon einige Male über die Geheimhaltung bei Designaufträgen geschrieben. Ein durchaus sinnvoller und wichtiger Punkt. Soll doch kein Produktdesign vor dem eigentlichen Markteintritt der Öffentlichkeit zugänglich sein.
Leider sind einige Firmen bei der Geheimhaltung übervorsichtig. Und jede Ausnahme muss extra genehmigt werden. Das kann so bürokratisch werden, dass man auf die Ausnahme verzichtet und alles als Geheim deklariert.
Wir haben zum Beispiel Kunden, die ohne Zustimmung der PR Abteilung keine wie auch immer geartete Präsentation wünschen. Rein rechtlich ist dies wahrscheinlich nicht zu halten, aber wer möchte schon mit einem Riesen einen Streit beginnen? Also muss man diesen Kundenwunsch akzeptieren.
Wobei erschwerend noch hinzukommt, dass die Entwicklungsabteilung, mit der wir das Produktdesign entwickelt haben, zum Beispiel in Stuttgart sitzt und die konzernweite PR Abteilung in der Schweiz.
Was soll man dazu noch sagen? Manchmal wünschen unsere Kunden eben, dass auch nach der Produkteinführung nicht bekannt wird, wer der Designer ist. Ja, dass ist einfach so und damit muss man sich abfinden.

Die Liste der präsentierbaren Produkte wird wieder kürzer. Schade! Jedoch wurde die Auswahl der Produktdesigns dadurch etwas erleichtert.
Eine Freigabe, mit der wir eigentlich nicht mehr gerechnet haben, bekamen wir aus China. Ein Motordesign für die Firma SANY. Die Firma gehört mit rund 70 000 Mitarbeitern sicherlich nicht zu unseren kleinsten Kunden. Sie gab uns eine Freigabe und darum können wir diesen Designentwurf erstmals zeigen. Das war bisher nicht einmal auf unserer Homepage möglich.

Poster für unsere Designausstellung

Also lassen Sie mich gleich mit SANY beginnen. Es handelt sich um die Designarbeit für einen Dieselmotor, der in Baumaschinen eingebaut werden soll. Man sagt ja immer „Eigenlob stinkt“. Aber hier kann ich nicht anders, tolles Design, tolles Produkt. Nochmals vielen Dank an SANY für die Präsentationsfreigabe!

Grundsätzlich wollten wir alle Poster in der Breite von 145 cm machen. Und so klar und einfach wie möglich. Also ganz nach der Devise – weniger ist mehr! Also das Format haben wir hinbekommen. Alle Poster sind in dieser Größe. Und wer Willi – meinen Geschäftspartner kennt – weiß auch schon, wo es Diskussionen gab. Das muss noch auf das Bild, und dieses Detail ist auch noch wichtig. Keine Frage, nur alles wird man auf einem Bild nie zeigen können und so mussten wir uns in langen Diskussionen zu einem Ergebnis durchringen, mit dem wir beide leben können. Ich glaube, das ist uns auch gut gelungen.
Nun möchte ich Ihnen den Besuch unserer Designausstellung keinesfalls ersparen, indem ich hier schon alle Poster zeige. So viel sei aber schon jetzt verraten, es sind 9 Poster mit Designarbeiten bzw. Designentwürfen von WiGL Design zu sehen.

Gibt es noch Produkte aus unserer Anfangszeit?

Eine weitere Herausforderung war die Suche nach Produktdesigns aus unserer Anfangszeit. Nun neigt man ja dazu zu sagen „Einfach furchtbar, was ich damals gemacht habe“. Nun ja, uns ging es zumindest teilweise so. Vor allem Willi war hier wieder einmal überkritisch. Ich war erstaunt, wie viele Designs absolut zeitlos sind. Wie viele Produkte auch nach rund 30 Jahren noch aktuell sind.
Nun gut, die Technik eines Chipkartenlesegerätes ist sicherlich nicht mehr aktuell, aber schauen Sie sich das Gehäusedesign an.

Designzeichnung und fertiges Produkt - Chipkartenleser von 1990

Designzeichnung und fertiges Produkt – Chipkartenleser von 1990

Oder wenn ich an das zweite Spielzeugdesign denke, welches wir entworfen haben, den Kipper, von Gowi. Er wird heute noch, mit ganz geringen Änderungen, so verkauft wie wir ihn entworfen haben. Seit 1993!!! Ist doch auch ein schöner Erfolg – finden Sie nicht?
Auch recht interessant das Fährschiff von Gowi war eines unserer ersten Produktdesigns. Es wird heute noch verkauft! Und chronologisch top aktuell, die Schöpftierserie von Gowi, die 2016 auf den Markt kommt. Wahrscheinlich werden wir diese Tiere in der Designausstellung noch nicht präsentieren, da es ganz einfach zu früh dafür ist. Jedoch zeigt auch diese kontinuierliche Arbeit für Gowi die Qualität unserer Arbeit.
Gerade an Produktdesigns bzw. an die Produkte unserer Anfangszeit kommt man besonders schwer. Werden sie doch großteils nicht mehr hergestellt! Aber es ist uns gelungen noch ein Relaxometer aus dem Jahr 1984 aufzutreiben. So weit ich mich erinnere war dies wirklich das erste in Serie hergestellte Produktdesign von uns. Das Produkt ist seit Jahren nicht mehr auf dem Markt!
Von 1985 haben wir ein Notfall EKG Gerät. Und von 1990 den Chipkartenleser der Ulrich Elektronik – wow, das war damals High Tech!

Und noch ein schöner Designentwurf aus unserer Anfangszeit. Motorraddesign!

Motorraddesign aus dem Jahre 1998

Motorraddesign aus dem Jahre 1998

Auch der Designentwurf und das fertige Produkt – der Labortisch wurde bereits 1999 entworfen.

Designentwurf für Labortisch von 1999

Designentwurf für Labortisch von 1999 …

... und das fertige Produkt dazu

… und das fertige Produkt dazu

Zwischenzeitliche Staffelübergabe in der Betreuung der Designausstellung an Frau Lena Leitmeier
In den Vorbereitungen für die Ausstellung fällt auch die Staffelübergabe der Betreung der Designausstellungbeim CIS von Frau Muhr an Frau Leitmeier. Sie wird unsere Designausstellung bis zur Eröffnung betreuen. Vielen Dank Frau Muhr für Ihre bisherige Unterstützung! Willkommen im Team Frau Leitmeier!

Jetzt bin ich bei der Produktvorstellung erst im Jahr 1990! Aber alle Produkte, die wir zeigen, möchte ich ohnehin nicht verraten. In meinem nächsten Bericht finden Sie jedoch noch einige Highlights!

Noch ein Mal zur Erinnerung: unsere Designausstellung beginnt am 23.09.2015 um 19:30!
Falls Sie zur Eröffnung kommen möchten, bitten wir um eine Anmeldung!

Am Dienstag den 01.09.2015 möchte ich Ihnen noch einige Produkte vorstellen und über unseren Videodreh berichten.

By | 2019-02-11T13:30:58+00:00 August 28th, 2015|WiGL-Design|0 Comments

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