Ja, wir bekennen uns verantwortlich zu sein! Nun gut, ganz so förmlich muss man es doch nicht sagen. Wir möchten mitmachen beim Fiat Lux Kunst- Designprojekt, passt wahrscheinlich besser!

Zusammenfassung:
Gemeinsam mit dem Künstler Martin Krusche und dem Unternehmer Ewald Ulrich möchten wir das Projekt Fiat Lux realisieren. Martin Krusche ist der Initiator des Projektes, Ewald Ulrich soll die Elektronik und Radaufhängung realisieren und unsere Aufgabe wird das Produktdesign sein.
Der Fiat Lux und damit das Design des Autos, inklusive unseres neuen Aufbaues, soll einen Bogen vom frühen Design des Fiat 500 bis zum selbstfahrenden Auto spannen. Hier möchte ich ihnen eine Vorstellung vermitteln, wie das Projekt entstanden ist.

Wie alles begann

Ewald Ulrich hat uns gefragt ob wir nicht Lust und Zeit hätten bei einem Projekt von Martin Krusche mitzumachen. Grundsätzlich ja, war die Antwort. Und so haben wir uns  zu einem Gedankenaustausch getroffen. Beim Gespräch haben wir einige Gemeinsamkeiten gefunden. Nicht nur unsere Vergangenheit im ehemaligen Puchwerk, auch die Freude an Gowi Spielzeug brachte eine gute Basis für ein neues Projekt. Siehe auch http://www.kunstost.at/2015/05/arbeit-in-folgerichtigkeit/
Wobei Martin Krusche der Initiator des Projektes Fiat Lux ist. Ewald Ulrich hat den elektronischen Teil des Projektes übernommen und wird die Antriebstechnik entwickeln. Wir (Willi Gangl und Alfred Urleb) sollen ein entsprechendes Produktdesign entwickeln. Das Chassis soll gleich bleiben und der Aufbau neu gestaltet werden.

Kunst trifft Produktdesign

Auch über Verbindungen zwischen Kunst und Produktdesign haben wir gesprochen. Wobei aus unserer (Gangl/Urleb) Sicht, Produktdesign starke Einschränkungen durch die wirtschaftlichen Auflagen der Produktgestaltung erfährt.
Kunst braucht darauf keine Rücksicht zu nehmen. Kunst soll darauf gar keine Rücksicht nehmen. Produktdesign muss jedoch die wirtschaftlichen Eckpunkte sehr wohl berücksichtigen. Die Produkte, die wir gestalten, sollen, ja müssen in weiterer Folge hergestellt werden. Und zwar in einer Art und Weise, die einen konkurrenzfähigen Verkaufspreis ermöglicht.
Kunst hingegen ist von dieser Bürde befreit, soll und muss vollkommen frei betrachtet werden. Gerade diese Freiheit ermöglicht erst Kunst.
Wobei ich jetzt nicht sagen möchte, dass Produktdesign nichts mit Kunst zu tun hat. Auch Produktdesign ist in einer gewissen Weise Kunst. Die Kunst ein schönes und zugleich praktisches und kostengünstiges Produkt zu erschaffen.
Ich höre jetzt schon etliche Künstler laut aufschreien, wenn ich Produktdesign mit Kunst vergleiche. Aber egal, in meinen Augen ist es ebenfalls Kunst, nur eben Kunst, die gewisse Grenzbedingungen, Eckpunkte oder Auflagen einhalten muss.

Fiat Lux ein Kunstprojekt?

Ist das Projekt mit Martin Krusche und Ewald Ulrich nun ein Kunstprojekt oder ein Designprojekt? Diese Frage haben wir uns ganz zu Beginn der Arbeiten auch gestellt. Wir, Willi Gangl und Alfred Urleb, würden dieses Projekt ganz klar in den Bereich des Kunst- Produktdesigns stellen.
Warum?
Wir sind bei der Designarbeit eigentlich vollkommen frei. Und ein bisschen Spaß soll beim Projekt schon dabei sein! Wir haben keine Einschränkungen bezüglich der Kosten. Die müssen wir ohnehin selbst tragen. 🙂

Wir haben keine Einschränkungen bezüglich der Ergonomie oder der Fertigungstechnik. Aus dieser Sicht eben ein Kunstprojekt.

Die einzige Einschränkung ist unsere Phantasie und, wir erhalten keine Förderung, sind die Kosten die bei uns anfallen. Unsere Zeit unser Material. Und da wir einen Endtermin mit einer ersten Präsentation des Fiat Lux haben, haben wir auch einen gewissen Zeitdruck. So gesehen geht es anscheinend doch nicht ganz ohne Einschränkungen, Grenzbedingungen oder Eckpunkte die man einhalten muss!  Also doch ein Produktdesign Projekt?

Übrigens auch bei Ewald Ulrich sieht es so aus, und Hut ab, er hat schon etliche Zeit und finanzielle Ressourcen investiert.

Was möchten wir zum Ausdruck bringen?

Aus unserer Sicht wäre ein breiter Bogen vom industriell hergestellten Ur-Fiat 500, mit seinem schönen Industriedesign zum hochmodernen selbstfahrenden Auto eine schöne Designaufgabe. Diese Arbeit könnte die technische Entwicklung von damals bis in die nahe Zukunft visualisieren.
Wobei wir (Martin Krusche, Ewald Ulrich, Willi Gangl und Alfred Urleb) alle der Meinung sind, dass wir kein hoch technisches Meisterwerk schaffen wollen. Schaffen können. Da uns ganz einfach die technischen und finanziellen Ressourcen fehlen. Wir können Entwicklungen andenken, sie aber (leider) nicht zu 100% umsetzen. Eben aus vorgenannten Gründen.
So gesehen wird es ein außerordentlich spannendes Design-Kunst Projekt.
Hier noch die Links zu unseren Partnern
Martin Krusche
Ewald Ulrich

Und so zu sagen zum aufwärmen, eine schöne Zeichnung von Willi Gangl vom Puchschammerl.

Puchschammerl, Zeichnung von Willi Gangl

Puchschammerl, Zeichnung von Willi Gangl

In meinem nächsten Bericht möchte ich ihnen zeigen, wie wir an die Aufgabe herangehen und welche Schritte wir zuerst machen müssen.

By | 2019-02-11T13:31:00+00:00 Mai 20th, 2015|Besondere Produkte, WiGL-Design|1 Comment

One Comment

  1. Krusche 22. Mai 2015 at 14:00

    ich bin dafür, daß wir dieses bipolar erscheinenden „kunst und/oder design“ auflösen. unser tun hat ja — zwiebelhaft — mehrere schichten, sphären.

    gesamt ist es ein akt KOLLEKTIVER KUNSTPRAXIS, die sich prozeßhaft entfaltet und verschiedene kompetenzen bindet.

    das ist es primär durch meine intention und durch meien konzeption, das ist es sekundär durch unseren konsens, diesen prozeß abzuwickeln. das ist es tertiär durch den kontext, in den ich diesen prozeß gestellt habe.

    das ist also eine menge fundament im sinne einer kunstpraxis. was dazu an kunstfertigkeit, also handwerklich-technisches vermögen nötig ist, erfüllt sich im kollektiv durch eure kompetenzen.

    außerdem bewegen wir den prozeß in die grauzone, wo virtuelles und aktuelles ineinandergehen, wo greifbares und digitales zueinander kommen.

    damit der prozeß gelingt, greifen wir auf KUNST aber auch auf KUNSTFERTIGKEIT zu. natürlich steht das vehikel als artefakt sehr im fokus, ist aber auch nur ein teil dieses KÜNSTLERISCHEN prozesses.

    natürlich hat auch KUNST ihre BEDINGUNGEN, die sind bloß mehrheitlich SYMBOLISCHER natur. daher ist gebrauchswert meist kein thema, außer es gibt dazu konzeptionelle gründe.

    aber MARKTWERT kommt ja flott ins spiel.

Leave A Comment

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.